{"id":517,"date":"2010-06-29T16:40:26","date_gmt":"2010-06-29T14:40:26","guid":{"rendered":"http:\/\/www.blog.asmus-puhl.com\/?p=517"},"modified":"2010-06-29T16:40:26","modified_gmt":"2010-06-29T14:40:26","slug":"schwergewichtsverlagerung-vom-staatlichen-zuruck-zum-privaten-als-grundlage-fur-den-nachsten-bull-market","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.blog.asmus-puhl.com\/?p=517","title":{"rendered":"Schwergewichtsverlagerung vom Staatlichen zur\u00fcck zum Privaten als Grundlage f\u00fcr den n\u00e4chsten Bull Market ?"},"content":{"rendered":"<p><!-- \t \t --><\/p>\n<p><!-- \t \t --><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der letzte G-20 Gipfel in Toronto ist gerade \u00fcber die B\u00fchne gegangen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dieses Gremium r\u00fcckte nach der Finanz- und Wirtschaftskrise stark in den Vordergrund, als unter Einschluss der grossen aufstrebenden Schwellenl\u00e4nder eine Basis f\u00fcr internationale Koordination und Regulierung gesucht wurde, die \u00fcber die G-8 Gruppe der klassischen Industriel\u00e4nder hinausging.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Politik sah ihre Chance, wieder mehr zu regulieren. Der private Sektor war vermeintlich gescheitert. Freie M\u00e4rkte k\u00f6nnen sich nicht selbst heilen. Die Banken mussten von Staat und Notenbank gerettet werden. Das Pendel sollte endlich wieder zur Seite der Staaten schwingen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei dieser Gelegenheit sahen die alten Industriel\u00e4nder Westeuropas auch ihre Chance gekommen, den l\u00e4stigen internationalen Standort-Wettbewerb einzuschr\u00e4nken, der ihre Hochsteuergebiete mit den kaum noch zu finanzierenden Sozialstaaten bedrohte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jedoch betraf die Finanzkrise nie die ganze Welt!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Keine japanische, indische oder chinesische Bank musste je vom Steuerzahler gest\u00fctzt werden, in Nordamerika bemerkenswerterweise auch keine kanadische Bank.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nun werden im Club der G-20 die Interessengegens\u00e4tze zwischen den aufstrebenden Schwellenl\u00e4ndern und den alten Industriel\u00e4ndern wieder sichtbar.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Warum sollte es auch anders sein? Die grossen Schwellenl\u00e4nder haben doch vom internationalen Standort-Wettbewerb nur Vorteile. Sowohl Staaten als auch die dortigen Privaten sind vergleichsweise solide finanziert, ihr steigender Wohlstand basiert auf Produktivit\u00e4t und ist nicht kreditfinanziert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und eine weitere Regulierung oder Besteuerung ihrer Banken und ihres Finanzsektors w\u00fcrde doch nur diesen so zentralen Sektor der Volkswirtschaft unn\u00f6tig einschr\u00e4nken und behindern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und wenn die gemeinsamen Interessen innerhalb der G-20 immer weniger werden, d\u00fcrfte auch der zuk\u00fcnftige Einfluss dieser Gruppe wieder abnehmen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Abgesehen mal von dem Grundproblem der mangelnden demokratischen Legitimation der G-20 sowie auch der anderen verschiedenen \u201eG-Gruppen&#8221; ( Die Exekutive ernennt sich hier eine regelsetzende Kraft selbst, ohne dass souver\u00e4ne B\u00fcrger dies beeinflussen k\u00f6nnten), er\u00f6ffnet sich hierdurch die Chance, dass Private, B\u00fcrger wie Unternehmen, wieder mehr Freiheitsspielraum gewinnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dies ist auch dringend n\u00f6tig, denn nur das Eingehen von m\u00f6glichst ungehindertem unternehmerischen Risiko ist die Grundlage f\u00fcr Innovation und neues Wirtschaftswachstum.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Zur\u00fcckdr\u00e4ngen staatlichen Einflusses muss \u00fcber die G-20 hinaus ganz allgemein Priorit\u00e4t bekommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und schliesslich war die Finanzkrise auch niemals nur eine Krise des Privatsektors. Es waren ja die staatlichen Notenbanken mit ihrer jahrelangen Politik des sehr billigen Geldes, die viele Exzesse der Vergangenheit erst erm\u00f6glicht haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Moment herrscht wieder viel Unsicherheit in den Finanzm\u00e4rkten. Die eben noch als Retter aufgetretenen Staaten sind (endlich!) in den Fokus der Aufmerksamkeit geraten und ihr finanzieller Zustand wird jetzt als Risiko angesehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die aufgeh\u00e4uften Schulden und laufenden Ausgabendefizite vor allem der europ\u00e4ischen Staaten und Japans sind ja auch unhaltbar. Ausufernde sozialstaatliche Leistungen, ungedeckte Pensionsversprechen und Schuldendienst bei steigenden Zins-Risikopr\u00e4mien sprechen eine Sprache f\u00fcr sich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In den USA ist die Lage anders:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Besorgniserregend ist dort gar nicht mal so sehr der Zustand der Finanzen des Bundes, sondern der von einigen Einzelstaaten und von Gemeinden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Letztere haben ihre Schulden auch noch in hohem Masse gegen Ausfall bei den grossen Versicherern versichert. Die Hemmschwelle zum Default ist deswegen recht gering.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hoffentlich werden hier nicht schon wieder \u201etoo big to fail&#8221; -Institutionen wie die grossen Versicherer st\u00fctzungsbed\u00fcrftig durch Washington, wenn der Weg des massenhaften Defaults wirklich gegangen wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein neuer Konjunturaufschwung kann beginnen, wenn die uneinbringlichen Schulden des alten Zyklus vernichtet werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Besorgniserregend ist diesmal nur, dass es sich hierbei \u00fcberwiegend um staatliche Schulden handelt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber angesichts der Dimensionen ist wohl eine wie auch immer im Detail aussehende Restrukturierung der Schulden von einigen europ\u00e4ischen Staaten und von \u201emunicipal debt&#8221; in den USA unumg\u00e4nglich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Ausmass schwer vorherzusagende politische und soziale Konsequenzen m\u00fcssen wohl in Kauf genommen werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber gleichzeitig werden damit auch die beiden grossen Unsicherheitsfaktoren beseitigt, die die Finanzm\u00e4rkte zur Zeit zur\u00fcckhalten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dem Beginn eines neuen Bull Markets an den Aktienb\u00f6rsen d\u00fcrfte dann nichts mehr im Wege stehen, fundamental gerechtfertigt durch Konjunkturaufschwung, Wirtschaftswachstum und eine wieder unbehindertere Privatinitiative.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wird ja auch Zeit nach dem \u201everlorenen Jahrzehnt&#8221; 2000- 2010 !<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der letzte G-20 Gipfel in Toronto ist gerade \u00fcber die B\u00fchne gegangen. 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